26.10.2011

Ab 2012: Rente ab 67

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Rente erst mit 67?

Arbeitnehmer müssen heute schon deutlich länger arbeiten als noch vor zwanzig Jahren. Und zum 1. Januar 2012 hebt die Regierung das Rentenalter noch ein weiteres Mal an, auf 67 Jahre. Die Änderung betrifft alle Jahrgänge ab 1947. 

Der Gesetzentwurf dazu stammt noch aus dem Jahr 2006. Es wurde vom damaligen Arbeitsminister Franz Müntefering eingebracht und von der Großen Koalition beschlossen. Das Rentenalter wird nicht von heute auf morgen von 65 auf 67 angehoben, sondern zwischen 2012 und 2029 schrittweise um einen Monat pro Jahr und ab 2024 um zwei Monate pro Jahr. Alle, die also 1964 und später geboren sind, können ohne Abzüge erst mit 67 in Rente gehen.

Was aber bedeutet das für Arbeitnehmer? Für die Jahrgänge 1947 bis 1950 sind die Änderungen noch nicht so drastisch, da sie nur ein bis vier Monate länger arbeiten müssen – eine überschaubare Zeit. Für Jüngere sieht es doch etwas anders aus. Denn nicht nur wird das Rentenalter angehoben, sondern auch die Abschläge, wenn man früher in Rente gehen will, werden verdoppelt. Frühestens ab 63 Jahren ist die Frührente möglich.

Konkret heißt das: Wenn jemand, der ab 1964 geboren ist mit 65 in Rente geht, muss er mit Abschlägen von bis zu 7,2 Prozent rechnen. Wer mit 63 Jahren bereits in Rente gehen möchte, muss Abschläge von bis zu 14,4 Prozent hinnehmen. Und da tut es dann vor allem bei Geringverdienern richtig weh. 

Gefahr der Altersarmut steigt

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Wie sehen die Auswirkungen der Erhöhung des Rentenalters aus? Bei Gutverdienern, die vor dem Vollenden des 67. Lebensjahres in Rente gehen, sind die Einbußen bei der Rente zwar vergleichsweise hoch, sie lassen sich aber möglicherweise noch ausgleichen. Wer nur durchschnittlich oder gar unterdurchschnittlich verdient, für den steigt die Gefahr der Altersarmut im Falle eines Renteneintritts vor 67 enorm an. Die betroffenen Personen haben also zwei Möglichkeiten: Entweder, sie müssen tatsächlich arbeiten, bis sie 67 sind oder sie brauchen eine gute private Altersvorsorge, die den Verlust durch die gesetzliche Rente auffängt.

Bei Überlegungen dazu sollte man auch bedenken, dass viele aus gesundheitlichen Gründen nicht bis 67 arbeiten können. Das durchschnittliche Alter bei Rentenbeginn in Deutschland liegt bei 61,7 Jahren. Übrigens hat die Rente ab 67 natürlich auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Denn wenn Arbeitnehmer zwei Jahre länger beschäftigt werden müssen, dann haben jüngere Arbeitssuchende entsprechend weniger Chancen. Oder die Zahl der älteren Arbeitslosen steigt, was wiederum zu mehr  Altersarmut  führt. Ein Teufelskreis also.

Private Altersvorsorge wird noch wichtiger

Im Klartext heißt das: Ohne private Altersvorsorge geht es nicht. Nein, diese Aussage ist nicht neu, sondern wird von Vorsorgespezialisten, Versicherungsmaklern und Politikern schon seit Jahren gepredigt. Aber vielleicht gibt es denjenigen einen Denkanstoß, die noch keine private Altersvorsorge haben. Und wer schon privat vorsorgt, der denkt vielleicht noch einmal in Ruhe darüber nach, ob das, was er spart auch ausreichend ist. 

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